CreativeCamp 2017

-Wenn unterschiedliche Menschen zusammenkommen, plötzlich egal ist ob man Kreativer, Berater, Stratege, Planner oder Kontakter ist.
-Wenn Bunt das neue Schwarz ist und wilden und verrückten Gedanken freien Lauf gelassen wird.
-Wenn die Grenzen zwischen Kunde, Agentur, Ministerium und Verband verwischen und ein Underground zum Überground wird.
-Wenn Kultur nicht nur in der Hauptstadt möglich ist.
-Wenn aus Gestern auf einmal Morgen und aus heute die Zukunft wird.
-Wenn Mut, Freude und Vielfalt den Raum erfüllen und mit Lächeln verführt.
  
 Dann ist Creative Camp Zeit. Dann entsteht Neues. Nur dann wird Veränderung möglich.
 Und durch Veränderung können wir die (Kreativ-) Welt ein kleines bisschen besser machen.
 Danke an alle, die es möglich gemacht haben und daran glauben, dass uns alle das „über den Tellerrand“ blicken immer weiter bringen wird.
  
 And just remember: Everything big was born in the basement! ;-)


 Joana-Marie Stolz

Das U-eins neu erfinden!


Der WÖHRL-Konzeptstore war Ideengeber für das CreativeCamp Bayern 2017

Das CreativeCamp Bayern 2017 bot Kreativen und Kommunikationsexperten Gelegenheit, zusammen mit erfahrenen Coaches neue Konzepte für die Herausforderungen des Modehandels zu erarbeiten. Gastgeber des diesjährigen Qualifizierungs- und Vernetzungs-Workshops von bayernkreativ und den CommClubs Bayern war der Flagshipstore U-eins von WÖHRL mitten im Herzen der Nürnberger Fußgängerzone.
 

Eine große Marke neu erfinden. Neue Zielgruppen ansprechen. Neue Wege bei Marketing, Werbung- und PR-Kampagnen gehen. Neue Ideen für Präsentations- und Verkaufsflächen finden. Und das alles in der hart umkämpften Welt des Modehandels, der sich immer stärker ins Internet verlagert. Keine leichte Aufgabe, die Christian Greiner den rund 20 Teilnehmern des diesjährigen CreativeCamp Bayern stellte. Greiner, seit Anfang 2017 Geschäftsführer von WÖHRL, stand vor fast genau 13 Jahren vor einer ähnlichen Herausforderung: Damals wollte das traditionsreiche Modeunternehmen gezielt jüngere Kunden ansprechen. Gemeinsam mit dem jungen Werber Tobias Zepf hatte Greiner damals die Idee für das “U-eins”, einen Konzeptladen im 1. Untergeschoss des WÖHRL-Hauptgeschäfts in der Nürnberger Innenstadt. Im U-eins verschmolzen Mode, Lifestyle und Musik zu einem innovativen Storekonzept – ein für die damalige Zeit bahnbrechendes Konzept.

Um die Eröffnung zu bewerben, wählten Greiner und Zepf zum Teil aufsehenerregende Guerillakampagnen. „Vor der Eröffnung des Flagship-Stores in Nürnberg haben wir zum Beispiel junge Leute mit Einladungskarten in die Filialen anderer Modehäuser geschickt. Die Mitarbeiter fanden das toll, weil sie dachten, es handelt sich um die Eröffnung eines neuen Szene-Clubs“, erinnert sich Tobias Zepf an die wilde Anfangszeit des U-eins. Der Plan ging auf. Nach dem erfolgreichen Auftakt in Nürnberg eröffnete WÖHRL in ganz Deutschland über dreißig U-eins Stores. 2005 wurde das integrierte Konzept sogar mit dem „Store oft the year Award“ des Deutschen Handelsverbands ausgezeichnet.
 

Neue Ideen gefragt
Dreizehn Jahre nach dem Start sieht sich das U-eins einem immensen und stetig wachsenden Wettbewerb ausgesetzt – im stationären Handel, aber vor allem im Internet. Christian Greiner möchte nach der Übernahme der WÖHRL-Geschäftsleitung auch sein einstiges Ziehkind wieder mit neuem Schwung erfüllen. Das U-eins bot sich daher als ideale Umgebung für das Qualifizierungs- und Vernetzungsprogramm CreativeCamp an. Am Beispiel des U-eins sollten 20 von bayernkreativ und den CommClubs Bayern e.V. eingeladene Kreative und Kommunikationsexperten neue Konzepte für die aktuellen Herausforderungen der Fashion- und Lifestylebranche erarbeiten. Tobias Zepf bereitete die aus ganz Deutschland angereisten Kreativschaffenden beim Briefing auf die Aufgabe vor: „Markt, Zielgruppenverhalten und Umfeld im stationären Modeeinzelhandel haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Multilabelkonzepte wie das U-eins stehen heute in starkem Wettbewerb zu den vertikalen Konzepten milliardenschwerer Konzerne wie H&M, zu Onlinehändlern wie Zalando, zu Labels wie adidas, die eigene Shops betreiben und zu kleinen lokalen Trendboutiquen. Schnelligkeit, Innovationsgrad und Preislagen der Anbieter haben den Druck massiv erhöht. WÖHRL will am stationären Verkauf festhalten. Um die Zielgruppe wieder besser zu erreichen und um wieder eine größere Identifikation der Kunden mit der Marke U-eins zu erreichen, sind neue Ideen und Maßnahmen erforderlich, zum Beispiel durch die Aufwertung des Point of Sales mit innovativem Design, Pop-Up-Installationen, besseres Visual Merchandising, Events, Kooperationen und Marketingaktionen. All das soll den Erlebniseinkauf wieder spürbar machen“, so Profiwerber Zepf.

Um dem CreativeCamp 2017 eine besondere Atmosphäre zu geben, fanden die Working Sessions während des regulären Verkaufsbetriebes umringt von Kunden und inmitten der Verkaufsflächen im U-eins statt. Die Kreativen hatten sechs Stunden Zeit, um gemeinsam mit ihren Coaches – allesamt erfahrene Marketingspezialisten mit Arbeitsschwerpunkten in Werbung, Messe oder Unternehmenspositionierung - neue Retailstrategien für den Gastgeber zu entwickeln. Danach präsentierten sie ihre Ergebnisse den anwesenden Mitgliedern der WÖHRL-Geschäftsleitung „live“.

Die Herangehensweisen und Ergebnisse waren so vielfältig wie die Teilnehmer. Allen Gruppen gleich: Ihre höchst professionelle Herangehensweise. Von der schnellen, aber sorgfältigen Analyse des Umfelds, der Identifikation relevanter Zielgruppen bis zur Entwicklung geeigneter Maßnahmen. Die Ergebnisse sind bis auf weiteres Geheimsache: Denn Gastgeber WÖHRL hat versprochen, die Konzepte sorgfältig zu prüfen und die ein oder andere Idee mit Beteiligung ihrer geistigen Väter umzusetzen. Einige davon könnte man also bereits bald im U-eins Nürnberg oder einer anderen Filiale sehen und erleben …


Christoph Kirsch; Branchenkommunikation
Bayerisches Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft

 

Fotos made by Elaine Schmidt

WORKING SESSION "U eins" im Modehaus WÖHRL


Christian Greiner, Geschäftsführer WÖHRL

Christian Greiner, Geschäftsführer WÖHRL

Welcome CreativeCamp 2017 im Bayerischen Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft



Arif Tasdelen, Stadtrat und Landtagsabgeordneter für den Nürnberger Norden
 
Dr. Andrea Niedzela-Schmutte,
Referatsleiterin des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie
 
Dr. Andrea Niedzela-Schmutte
 
Dr. Michael Fraas,
Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg
 

Arif Tasdelen, Stadtrat und Landtagsabgeordneter für den Nürnberger Norden
 
Dr. Rainer Seßner, Geschäftsführer von Bayern Innovativ

 
Petra Lorenz, CommClubs Bayern e.V.
 
Petra Lorenz, CommClubs Bayern e.V.